Biografie basierte Kunsttherapie – Teil III
<< Ich - Selbst >> Rollen, Erwartungen und Erinnerungen
Identität und das innere Testament

Im dritten Teil der Weiterbildung steht die erwachsene Identität im Mittelpunkt - zwischen Kindheitsspuren, Jugendpotenzialen und der Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens.
Identität ist mehr als die Erzählung unserer Biografie.
Sie wurzelt in Affekten, in Körperempfindungen, in frühen – oft unbewussten – Prägungen.
Unser Handeln ist zu 90 % unbewusst gesteuert.
Neugier, Fürsorge, Spiel bilden den Kern von Motivation und Selbstwert.
Erinnerungen lassen sich ergänzen und neu verweben.
Gefühle entstehen im Körper – sie bilden den Boden unseres Selbst.
Im künstlerischen Tun erforschen wir diese Spuren:
Wie prägen sie Identität?
Wo hemmen Glaubenssätze, Schuld, Scham oder Fehlerangst?
Und wie verwandeln sich diese Abdrücke im schöpferischen Ausdruck?
Wir wenden uns den biografischen Erbschaften zu:
Zurückgeben – behalten – verwandeln.
So öffnet sich der Raum für Begegnung mit dem eigenen Selbst,
für Erneuerung, Ausrichtung und Verantwortung gegenüber den Spuren, die wir hinterlassen.
Diese Arbeit ist nicht nur persönlich wertvoll,
sondern auch hilfreich in der Begleitung von Menschen mit besonderen Bedarfen - wo Sprache und Erinnerung begrenzt sind,
doch Resonanz, Gestalt und Selbstwirksamkeit ihre ganze Kraft entfalten.
Am Ende richtet sich der Blick auf das innere Testament:
Was möchte ich weitergeben – jenseits von Rollen und Erwartungen?
Welche Spuren dürfen fortwirken und für kommende Generationen fruchtbar werden?
So kann sich Biografie zu Selbstgestaltung verdichten – und zu einem vertieften Verständnis des Mensch-Werdens beitragen.
Seminarleitung:
Prof. Hildrun Rolff ist Kunsttherapeutin, Kunstcoach und Künstlerin. Sie bringt ihre umfangreiche Expertise als Professorin für Kunsttherapie, Supervisorin und Lehrtherapeutin, insbesondere mittels biografiebasierter Ansätze, in ihre Seminare ein. Ihr künstlerisches Wissen kombiniert sie mit psychotherapeutischen Methoden, stellt Bezüge zur Entwicklungsphysiologie und -psychologie her und verknüpft ihre Kenntnisse mit gezielten Kunstinterventionen. Ihre 18-jährige akademische Laufbahn umfasste die Leitung eines BA Studiengangs Kunsttherapie und des Instituts für künstlerisch-wissenschaftliche Weiterbildungen „Künstlerische Therapien interdisziplinär Medizin und Psychologie“ an der Alanus Hochschule.